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Wo schlafen die Busse der Auto AG Rothenburg?

19. Oktober 2024 – Von wo kommen die Busse der Auto AG Rothenburg, die so viele Hildisrieder von unserem Dorf in die Ferne und wieder zurückfahren? Wo parken diese Busse nachts und wie wird deren Einsatz koordiniert? Um diese Fragen zu klären und einmal mehr im Rahmen des traditionellen Herbstanlasses hinter die Kulissen eines Unternehmens zu schauen, nutzte eine Gruppe Interessierter den Abend des 17. Okt. 2024 das Angebot der “Die Mitte Hildisrieden», bei der Auto AG Group Gast zu sein. Zur Präsentation von CEO Marc Zielger reiste die Gruppe dem Thema entsprechend gleich mit dem Bus an.

Im Rahmen unseres Besuchs bei der Auto AG Group erhielten wir faszinierende Einblicke in die vielseitigen Tätigkeiten des Unternehmens. Besonders beeindruckend war die Erkenntnis, dass der eigentliche Busbetrieb, durchgeführt von der Auto AG Rothenburg, nur einen kleinen Teil der Gruppe ausmacht – etwa 15% der 700 Mitarbeitenden beschäftigen sich mit ÖV.  Dennoch wird dieser Bereich im Jahr 2024 voraussichtlich 7,7 Millionen Passagiere transportieren, was einen neuen Rekord darstellt.

Die Auto AG Group besteht aus sechs Geschäftsfeldern. Der wichtigste Teil, der rund 85% des Umsatzes, in diesem Jahr, von ca. 175 Mio. CHF ausmacht, ist neben dem öffentlichen Verkehr auch der Bereich Personentransport, der 2.500 Schüler täglich in verschiedenen Gebieten der Deutschschweiz befördert. Hinzu kommen Geschäftsfelder wie Immobilienbewirtschaftung, Import und der innovative Bereich Energy Solutions, der emissionsfreie Notstrom-Lösungen auf Wasserstoffbasis anbietet. Dieser Bereich entstand im Zuge der Gruppenstrategie, fit für alle Antriebsarten sein, und hat die Auto AG Group zu einem Pionier von alternativen Antrieben für Nutzfahrzeuge gemacht.

Bei der Führung durch die Werkstätten erfuhren wir, dass für Arbeiten an wasserstoffbetriebenen Lastwagen ein spezielles Sicherheits- und Lüftungssystem entwickelt wurde, um die Gefahr des hochexplosiven Wasserstoffs zu minimieren. Diese fortschrittlichen Massnahmen unterstreichen das Engagement des Unternehmens für Sicherheit und Innovation.

Auch im Bereich Elektromobilität setzt die Auto AG Group neue Massstäbe. Erste Erfahrungen mit einem Elektrobus zeigten, dass die Reichweite ausreicht, um den Bus den ganzen Tag im Einsatz zu halten. In den kommenden Jahren werden vermehrt E-Busse auf den Strecken eingesetzt. Dafür sind Investitionen im zweistelligen Millionenbereich nötig, um die Abstellhallen mit 40 Ladestationen auszustatten, die nachts in Betrieb sein werden. Eine eigens zu errichtende Trafostation wird dabei den Strombedarf sicherstellen. Solche Investitionen tragen massgeblich zur Netto-Null-Strategie des Bundes bei. CEO Marc Ziegler geht davon aus, dass die Gesamtkosten eines E-Busses Betriebs bis 2030 gleich hoch wie die eines Dieselbusses sein werden und anschliessen weiter fallen.

Nachhaltigkeit spielt auch an anderen Stellen eine wichtige Rolle: Die firmeneigenen Photovoltaikanlagen produzieren jährlich etwa 1 Mio. kWh und decken damit den Stromverbrauch des Standorts in Rothenburg. In den Hallen, wo die Busse über Nacht gereinigt werden, führt das Strassenverkehrsamt tagsüber Fahrzeugkontrollen durch – eine intelligente Mehrfachnutzung der Infrastruktur.

Die Führung durch die Werkstätten, einschließlich der großen Lackierhalle, verdeutlichte, wie flexibel und gut organisiert das Unternehmen sein muss. Zwei Drittel der Reparaturen sind unplanbar, da viele Handwerker morgens mit Problemen an ihren Fahrzeugen eintreffen und schnelle Hilfe benötigen. Deshalb verfügt die Auto AG Group über ein umfangreiches Ersatzteillager, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Am Ende unseres Besuchs hatten wir großen Respekt vor den täglichen Leistungen der 700 Mitarbeitenden, darunter 80 Lernende in verschiedenen Berufen. Trotz dieses Engagements bleibt die Rekrutierung von Fachkräften, wie in vielen Branchen, eine Herausforderung. Die Auto AG Group beeindruckte uns als ein modernes, zukunftsorientiertes Unternehmen, das nicht nur den öffentlichen Verkehr effizient organisiert, sondern auch innovative und nachhaltige Lösungen für die Zukunft entwickelt.

Beim anschliessenden Apero wurde die Möglichkeit zum Austausch und Nachfragen rege genutzt. Neben der Beantwortung der einleitenden Fragen lernten die 23 Teilnehmenden noch viel mehr und werden zukünftig wohl bewusster in einen Bus der Auto AG Rothenburg zusteigen.

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